Zusatzeinspeisungen

Die 4 zusätzlichen Spannungseinspeisungen () sind von der Anschlussschiene () ausgehend, im Abstand von ca. 4m angeordnet.
Ohne zusätzliche Spannungseinspeisungen käme es bei dieser Streckenlänge zu Spannungsabfällen, die ja nicht erwünscht sind.

Die zusätzlichen Einspeisungen sind einfach zu realisieren. Als Material werden gebraucht:

  • Musterbeutelklammern
  • 4 adriges 1,5mm2 Kabel, z.B. aus dem Baumarkt
  • Heißklebepistole
Zunächst werden alle 4 Adern des Kabels mit je einer Musterbeutelklammer (am Rundkopf) verlötet. Dann die Metalllaschen der Klammer nach außen biegen. Nun je zwei Adern (+ und -) pro Fahrspur verwenden und von unten in die Öffnungen der Fahrbahnleiter einfügen. Dabei darauf achten, dass die Klammer auf Spannung sitzt. Abschließend die Klammern mit der Heißklebepistole fixieren.

Immer darauf achten, dass die den Fahrspuren zugeordneten Adern nicht vertauscht werden, sonst werden bei Verwechslung die beiden Fahrspuren untereinander kurzgeschlossen bzw. + und - vertauscht!
Nun die vorangegangenen Arbeiten für jede gewünschte Zusatzeinspeisung wiederholen.
Zum Schluss werden alle Kabel je Farbe in einem Verteiler(Lüsterklemmenleiste) zusammengeführt. Auf der anderen Seite der Lüsterklemmenleiste werden die 4 Adern einer gesonderten Zusatzeinspeisung (direkt an der Anschlussschiene) einzeln aufgelegt (Farben beachten). Nun sind alle Zusatzeinspeisungen zusammengeführt worden und an der ganzen Strecke liegt die gleiche Spannung an.

Getrennte Spannungsversorgung je Fahrspur

So lässt sich der unschöne Effekt beseitigen, dass die Stromaufnahme der einen Spur die andere beeinflusst.
In der Praxis zeigt sich dies zum Beispiel dadurch, dass das Fahrzeug auf Spur 2 plötzlich beschleunigt, weil das Auto in Spur1 aus dem Slot geflogen ist.
Mit einem stabilisierten Gleichspannungsnetzgerät lässt sich das verhindern. Über ein solches Netzgerät lässt sich jede Spur getrennt regeln.
Die Spannungen werden je nach Bedarf eingestellt, zum Beispiel um die Fahrleistungen und Eigenschaften eines Slotcars realitätsnah zu simulieren. So macht es keinen Sinn kleine und leichte Slotcars, wie Revells NSU TT mit 12V zu betreiben. Realistische Fahreigenschaften erhält man bei 9 bis max. 10V. Während Für Slotcars im Massstab 1:24 die Spannung 18V bis 20V betragen sollte.

Das von mir eingesetzte Netzgerät ist das POWER SUPPLY PS 2403-D von Conrad. Es ist zwar mit knapp EUR 185,- nicht gerade günstig, lässt dafür aber keine Wünsche offen. Denn es liefert zwei Ausgänge, deren Spannung getrennt stufenlos(grob und fein) zwischen 0-40V Gleichspannung eingestellt werden kann.
Es liefert pro Ausgang max. 3A, was selbst für große 1:24 Slotcars mit bärenstarken Motoren ausreichend wäre.
Zum Vergleich: ein 1:32 Slotcar benötigt in voller Fahrt bei 12V bis zu 0,5A, bei der Anfahrt kurzzeitig bis zu 0,75A (Erfahrungswerte).

Der Austausch des serienmäßigen Netzteils (z.B. aus einer Grundpackung) mit dem Netzgerät ist denkbar einfach:
Einfach mit dem Seitenschneider die beiden Kabel am Netzteil abschneiden. Dann die 4 Kabelenden (+ und - je Fahrspur) abisolieren und 4mm Büschelstecker (Bananenstecker) anschrauben. Die Stecker gibt es zum Beispiel auch bei Conrad. Nun noch die 4 Stecker in die + und - Buchsen des Netzgerätes gesteckt - fertig.
Dem ungetrübten Fahrspass steht nichts mehr im Weg.

Übrigens hat die getrennte Regelung auch noch den charmanten Nebeneffekt, dass bei unterschiedlichen Fahrerfahrungen durch unterschiedliche Fahrspannungen dieser Nachteil wettgemacht werden kann. So kann man die Spannung eines Rennens zusätzlich erhöhen.
Oder Schadensbegrenzung bei ungeübten Fahrern...

Handregler

Als letztes seien noch die Handregler erwähnt. Die Standardregler sollte man schnell beiseite legen.
Ich selbst nutze Parma Plus bzw. Eco Regler mit einem 25 Ohm Widerstand, das lässt viele Kombinationen von Spannung und Fahrzeugen zu.
Wirkliche Anfänger sollten nicht weniger wie 35 Ohm nutzen, da die Fahrzeuge sonst wohl zu nervös reagieren.
Generell gilt: Regler kaum gedrückt und das Fahrzeug ist schon auf Höchstgeschwindigkeit --> höheren Widerstand wählen bzw. Spannung reduzieren.
Regler fast ganz gedrückt und das Fahrzeug ist immer noch langsam --> kleineren Widerstand wählen bzw. Spannung erhöhen.
Für 1:32 Fahrzeuge sollte die Spannung jedoch nicht mehr als 14,8V/ 15V und für 1:24 Fahrzeuge nicht mehr als 20V betragen. Denn eine höhere Spannung veringert die Lebensdauer der Motoren oder zerstört sie gar!
Abschließend sei noch zu erwähnen, dass meine Regler mit Büschelstecker (Banenenstecker) jeweils an einem 2m langen Kabel mit Bananenbuchsen angeschlossen sind. Diese Kabel wiederum enden in einer Verteilerbox, welche über einen Adapter von Fly fest mit der Anschlußschiene von Carrera verbunden ist. So kann ich jederzeit einfach andere Regler mit Bananenstecker an meiner Anlage testen. Hier muss aber immer auf die Kodierung geachtet werden, also was ist Gas, Bremse bzw. Trafo. Ich verwende die sogenannte Parma Belegung: Gas - schwarz, Bremse - rot, Trafo - weiß.

©Marcus Freit - Der Niederrhein-Ring